Zugänglich, durchdacht, funktional: Die neue bgd-Website verbindet barrierefreies Design mit einem komplexen Modul für die Dolmetschendensuche.
Berufsfachverband der Gebärdensprachdolmetschenden Baden-Württemberg e.V.
Der Berufsfachverband der Gebärdensprachdolmetschenden Baden-Württemberg e.V. (bgd BW) ist die berufsständische Vertretung qualifizierter Gebärdensprachdolmetschender in Baden-Württemberg. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder, fördert die Qualität des Berufsstands und macht es möglich, qualifizierte Dolmetschende für Deutsche Gebärdensprache und weitere Kommunikationssysteme zu finden und direkt anzufragen.
Key Facts
- Relaunch auf Basis von TYPO3
- Videointegration auf der Startseite und auf Inhaltsseiten
- Komplexes Modul für die Dolmetschendensuche mit interaktiver Karte
- Filterung nach Arbeitssprachen, Kommunikationssystemen und Region
- Mehrstufiger Anfrageprozess mit eigenem Anfrageformular
- Förderung durch Aktion Mensch
Die neue bgd-Website: Zugänglich von Anfang an
Der Relaunch hatte einen klaren Ausgangspunkt: Die Website sollte nicht nur modern aussehen, sondern vor allem besser funktionieren — für Menschen, die Dolmetscher suchen, genauso wie für die Verbandsmitglieder selbst.
Schon die Startseite setzt ein deutliches Zeichen. Statt eines statischen Einstiegsbilds empfangen Besucher ein eingebettetes Video — bewegtes Bild, das unmittelbar zeigt, wofür der bgd BW steht: Kommunikation in Gebärdensprache, sichtbar und auf Augenhöhe. Die Videointegration ist kein dekoratives Element. Sie ist inhaltlich gesetzt und passt zum Selbstverständnis eines Verbands, dessen Arbeit ohne visuelle Sprache nicht denkbar ist.
Videos auf der Startseite: Sehen, worum es geht
Die Entscheidung, Video als zentrales Element der Startseite einzusetzen, war im Briefing klar formuliert — und sie war richtig. Gerade beim Thema Gebärdensprache gilt: Wer noch nie mit einem Dolmetscher gearbeitet hat, bekommt durch ein Video sofort einen konkreten Eindruck. Texte alleine erreichen das nicht in dieser Direktheit.
Technisch war die saubere Einbindung gefragt: Das Video läuft flüssig auf allen Geräten, ist barrierefrei zugänglich und stört den Lesefluss nicht. Das Ergebnis ist eine Startseite, die Aufmerksamkeit erzeugt und gleichzeitig informiert.
Das Prinzip zieht sich durch die gesamte Website. Auch auf den Inhaltsseiten — etwa beim Berufsbild — setzen wir auf Video, wo es sinnvoll ist.
Dolmetschende finden: Ein Modul mit Tiefe
Das zentrale Funktionsmodul der Website ist die Dolmetschendensuche. Die Anforderung war komplex — die Umsetzung entsprechend durchdacht.
Wer einen Dolmetscher sucht, hat unterschiedliche Bedürfnisse. Das Modul berücksichtigt das. Nutzer filtern ihre Suche nach mehreren Kriterien:
Arbeitssprachen — unterteilt in Gebärdensprachen und Lautsprachen:
- Deutsche Gebärdensprache (DGS), Russische Gebärdensprache (RSL), Amerikanische Gebärdensprache (ASL)
- Lautsprachen: Deutsch, Englisch, Russisch, Portugiesisch, Italienisch, Spanisch, Französisch
Kommunikationssysteme:
- Lautsprachbegleitende Gebärden (LBG), Lormen, Taktile Gebärden, International Sign (IS), Online-Einsatz
Regionale Suche:
- Über eine interaktive Karte von Baden-Württemberg lässt sich ein 50-km-Radius definieren. Wer auf die Karte klickt, bekommt passende Dolmetscher in der Nähe angezeigt — ohne komplizierte Eingabe, ohne Umwege.
- Alle Filter sind frei kombinierbar. Wer einen sehr spezifischen Bedarf hat — etwa Taktile Gebärden kombiniert mit einer bestimmten Region — kommt trotzdem schnell ans Ziel. Die Suche kann jederzeit angepasst oder abgebrochen werden.
- Auch hier gilt: Zugänglichkeit ist kein Nachgedanke. Ein Erklär-Video zur Dolmetschendensuche ist direkt auf der Seite eingebunden — in Deutscher Gebärdensprache, mit Voiceover und Untertiteln.
Das Berufsbild: Ein Beruf, der erklärt werden will
Gebärdensprachdolmetschen ist für viele Menschen wenig greifbar. Was bedeutet es, simultan zu dolmetschen — also gesprochene Sprache in Echtzeit in Gebärdensprache zu übertragen und umgekehrt? Was unterscheidet DGS von LBG, was ist Lormen, wann brauche ich Doppelbesetzung?
Die Seite Berufsbild beantwortet genau das. Sie erklärt den Beruf verständlich, ohne zu vereinfachen: die verschiedenen Arbeitssprachen und Kommunikationssysteme, den Anspruch an Neutralität und Verschwiegenheit, die klare Abgrenzung von beratenden oder helfenden Tätigkeiten. Auch hier unterstützt ein Video das Verständnis — direkt auf der Seite eingebunden.
Von der Berufsbild-Seite führen gezielte Verweise weiter: zu Einsatzbedingungen, der Checkliste für den Einsatz und der Berufs- und Ehrenordnung. So finden Interessierte schnell die Informationen, die für ihre konkrete Situation relevant sind — ohne sich durch die gesamte Navigation arbeiten zu müssen.
Das Anfrageformular: Vom Treffer zur Buchung
Die Suche ist der erste Schritt. Der zweite ist die direkte Anfrage — und dafür haben wir ein eigenes Anfrageformular entwickelt.
Wer über die Suche passende Dolmetscher identifiziert hat, kann diese direkt über das Anfrageformular kontaktieren. Das Formular ist so aufgebaut, dass alle relevanten Angaben für einen Einsatz strukturiert erfasst werden.
Nach dem Absenden erhalten alle ausgewählten Dolmetscher die Anfrage per E-Mail. Die anfragende Person bekommt gleichzeitig eine Bestätigungsmail mit einer Übersicht aller Angaben und den Kontaktadressen der angefragten Dolmetscher. Transparenz von Anfang bis Ende.
Das Formular ist der logische Abschluss eines durchgängig gedachten Nutzerpfads: Suchen — Filtern — Finden — Anfragen. Kein Medienbruch, kein unnötiger Umweg.
Technische Umsetzung
Der neue Webauftritt basiert auf TYPO3. Die Videoeinbindung ist auf allen relevanten Seiten technisch sauber gelöst und auf mobilen Geräten performant. Das Suchmodul arbeitet mit kombinierbaren Filtern und liefert Ergebnisse ohne Seitenreload. Das Anfrageformular ist direkt in die Suchstrecke integriert und versendet automatisch an alle ausgewählten Dolmetscher sowie an die anfragende Person.
Die Förderung durch Aktion Mensch hat das Projekt ermöglicht — und den Anspruch an digitale Barrierefreiheit von Anfang an mitgeprägt.
Hier geht's zur Website des bgd Baden-Württemberg.